Initiative Biosphärengebiet Hohe Heidmark e.V.

Zukunft für die Südheide

Archiv

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2016

15.08.2016

Analyse: Das Biosphärengebiet im Kommunalwahlkampf 2016

Am 11.9.2016 findet in Niedersachsen die Kommunalwahl statt. Erfreulicherweise hat auch unsere Forderung nach der Einrichtung eines UNESCO-Biosphärengebietes Eingang in den Wahlkampf gefunden. Allerdings setzt sich derzeit nur eine Partei aktiv für ein Biosphärengebiet ein, nämlich Bündnis 90/ Die Grünen im Heidekreis. Dort heißt es im Wahlprogramm:

Chancen unserer Region im Zentrum des Handelns
In den verschiedenen Natur- und Kulturlandschaften des Heidekreises werden wir die ökologische Vielfalt bewahren und fördern. Deshalb steht der Naturschutz im Zentrum unserer Politik. Wir GRÜNE setzen uns für die Vorbereitung eines Biosphärengebietes im und um den Truppenübungsplatz Bergen ein.
Hier soll die vielfältige Natur als Rückzugsort für seltene Pflanzen und Tiere erhalten bleiben und für uns Menschen zu einem besonderen Erlebnis werden.


Weitere Unterstützung haben wir von den Gewerkschaften DGB und ver.di im Heidekreis erhalten, die sich mit kommunalpolitischen Forderungen im Vorfeld der Wahl an die Öffentlichkeit gewendet haben. Hier heißt es:

Konversion Truppenübungsplatz Bergen

[...] Bergen, Bad Fallingbostel und Umgebung sind nach dem Abzug der British Army und der britischen Soldatenfamilien von wirtschaftlichem und sozialem Niedergang bedroht. Mit einem, aus dem Verteidigungsetat finanzierten Konversionsprogramm muss rund um den Truppenübungsplatz eine neue Wirtschaftsstruktur geschaffen werden. Die neue Wirtschaftsstruktur muss sozial, ökologisch und nicht-militärisch sein. Runde Tische aus Kommunen, Wirtschaft, Gewerkschaften, Umwelt- und Friedensgruppen sollen die Umsetzung der Konversion bzw. die Schaffung der neuen Wirtschaftsstruktur steuern. Diese Forderungen haben auf unsere Initiative hin die Konferenz des DGB- Bezirks Niedersachsen-Bremen-Sachsen-Anhalt und der ver.di-Bundeskongress beschlossen.
Die Umwandlung des Truppenübungsplatzes Bergen zum Biosphärengebiet würde, so die Erfahrungen an anderen Orten, zahlreiche Arbeitsplätze schaffen. Wir verweisen auf die Vorschläge der Initiative Biosphärengebiet Hohe Heidmark. 80 Jahre Truppenübungsplatz sind genug.
Für Bad Fallingbostel empfiehlt sich, die Stadt zur Gesundheitsstadt weiter zu entwickeln.

Bei Wahlveranstaltungen sollten wir die Kandidat_innen auf diese Forderungen ansprechen und sie fragen, wie sie im Falle einer Wahl die Umsetzung gestalten wollen.


2014

Bei dem 18. traditionellen Grünkohlessen der Fachgruppe Senioren des GEW Kreisverbandes Heidekreis am 12.12. in Bockhorn stellte unser Vereinsvorsitzender Arne Hilbich die Idee eines Biosphärengebietes "Hohe Heidmark" in einem Vortrag  vor. Angesichts der Anwesenheit von rund 40 erfahrenen Pädagoginnen und Pädagogen rückte er dabei den Bildungsauftrag der Biosphärenreservate in den Vordergrund des Vortrages. Anhand von Beispielen aus bestehenden Biosphärenreservaten wurden dabei Konzepte wie die "Juniorranger" (http://www.junior-ranger.de/) oder schulische Bildungsangebote vorgestellt. Wir freuen uns über den spontanen Eintritt neuer MitgliederInnen im Anschluss an den Vortrag und bedanken uns nochmals für die Einladung bei Jürgen Wagner von der Fachgruppe Senioren der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft!

Politik

Januar 2015

Die Ankündigung der Aufstellung eines neuen Panzerbataillons in Bergen sorgt im wahrsten Sinne für erhebliche Unruhe, da zu befürchten ist, dass der Heidekreis dann endgültig in die Röhre guckt: Keine stationierten Truppen mehr in Oerbke (somit wirtschaftliche Probleme), weiterhin Schießlärm und erschwerte Bedingungen für gewerbliche Kasernen- Nachnutzung und Biosphärengebiete. Doch möglicherweise ist hier noch gar nicht das letzte Wort gesprochen- siehe folgender Artikel aus der Celler "revista" , Ausgabe Januar 2015 ( http://www.revista-online.info/)

Ejaculatio praecox

Zu Jahresbeginn verkündete der verteidigungspolitische Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion, Henning Otte, die Aufstellung eines neuen Panzer-Bataillons in Bergen: „Das Bergener Leopard 2 Panzerbataillon wird aus Teilen der bereits nichtaktiv oder zur Umgliederung anstehenden ehemaligen Panzerbataillone aus Neustadt a.Rbg, und Torgelow gebildet.“ Es würden drei Kampfkompanien mit 44 Leopard 2 und eine Stabs- und Versorgungskompanie stationiert, so dass die Einheit aus 700 Soldat*innen bestehen werde. Zu der von Otte im September 2014 verkündeten Zusammenarbeit mit den Niederlanden ließ er verlauten: „Die Entscheidung in Bergen ein Panzerbataillon aufzustellen, wird auch unabhängig einer möglichen multinationalen Zustationierung durch das Niederländische Heer erfolgen. Trotzdem halten wir an dem Ziel fest, die niederländischen Anteile mit weiteren 16 Kampfpanzern Leopard 2 und entsprechendem Personal zu integrieren. Eine endgültige Entscheidung des niederländischen Parlamentes steht noch aus.“

Der Kommandant des Truppenübungsplatzes, Jörg Wiederhold, zeigte sich gegenüber der Celleschen Zeitung überrascht von Ottes Ankündigung. Nach Rücksprache mit dem Ministerium könne er lediglich sagen, dass die Aufstellung weiter geprüft werde. Auch die von Otte genannten Zahlen konnte er nicht nachvollziehen. Dessen Büro ließ verlauten, dass zwar der Beschluss formal noch nicht getroffen, aber die politische Entscheidung gefallen sei. Und man räumte ein, dass die genannten Zahlen sich noch nach unten verschieben könnten.

In dem Forum „bällebad“, in dem Militärpolitik diskutiert wird, herrscht Unverständnis und Häme. Auf den Thread „Otte verkündet neues PzBtl in Bergen“ fragte sofort jemand „…mit Panzer?“ Woraufhin geantwortet wurde: „Car sharing gibt es doch auch, jetzt eben noch tank sharing.“

Der Hintergrund wird in dieser Frage deutlich: „Die ketzerische Frage sei erlaubt, ob die Bundeswehr für ein zusätzliches PzBtl überhaupt noch über das nötige Großgerät verfügt. Es ist ja nicht mal genug Material und Personal für sie bisherigen PzBtl vorhanden.“ Als Grund wird vermutet: „Jeder bekommt sein Lieblingspony.“

November 2014

Bergen. In Bergen soll nach den Plänen des Verteidigungsministeriums nach dem Abzug der Britischen Streitkräfte angeblich ein neues Panzerbataillon stationiert werden. Hierzu sollen zwei Panzerkompanien reaktivert werden.  

Mit diesem Vorhaben zementiert Bergen die Strukturen der Vergangenheit, statt sich um eine zukunftsträchtige zivile Neuausrichtung der Region zu bemühen. Gleichzeitig ist das Vorhaben als Affront gegen den Nachbarn Bad Fallingbostel zu werten, wo man keine Truppen mehr, dafür aber den Lärm der Bergener Panzer hätte.  

Dennoch ist diese geplante Stationierung als ein letztes verzweifeltes Aufbäumen der Anhänger einer veralteten und überflüssigen Waffengattung zu sehen, allen voran Henning Otte aus Celle, verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU. Dieser ist argumentativ im Kalten Krieg hängen geblieben, wenn er meint, dass "das russische Vorgehen in der Ukraine  leider deutlich gemacht habe, dass bei der aktuellen sicherheitspolitischen Lage unsere Streitkräfte so aufgestellt sein müssen, dass durch eine glaubhafte und entschlossene Stärke diplomatische Bemühungen zur Beilegung des Konflikts ermöglicht werden"-weshalb aus seiner Sicht die Panzertruppen gestärkt werden müssen. In dieser Logik müsste man auch wieder Atomwaffen anschaffen, denn die hat "der Russe" ja auch. 

 

In ein paar Jahren wird man einsehen, dass die Panzer kein Mensch braucht und sie wieder abziehen.  Statt sich verzweifelt auf derart kurzsichtige Manöver einzulassen, schlagen wir den Politiker_innen in Bergen vor, sich aktiv an den Vorbereitungen für ein Biosphärengebiet zu beteiligen.

Nur Mut: Es gibt ein Leben nach dem Militär...