Initiative Biosphärengebiet Hohe Heidmark e.V.

Zukunft für die Südheide

Das Gebiet der künftigen Biosphäre...

...soll nicht nur den derzeitigen Truppenübungsplatz Bergen umfassen, sondern auch die umliegenden Städte und Gemeinden, die sich für eine Teilhabe entscheiden. Dennoch stellen wir im Folgenden zunächst nur den Bereich des derzeitigen TrÜbPl Bergen vor, da er den Kern des Biosphärengebietes bilden soll und weitgehend unbekannt ist.

Die Fläche des derzeitigen TrÜbPl Bergen ist rund 28.400 ha (284 km²) groß (Nord-Süd-Ausdehnung ca. 26 km, West-Ost-Ausdehnung ca. 18 km). Diese Fläche entspricht ungefähr der Größe der Stadt Bremen!  Es handelt sich um den größten Truppenübungsplatz Mitteleuropas und eine der größten unbesiedelten Flächen Deutschlands. Das Gebiet wird überwiegend als "Hohe Heidmark" oder "Ostheidmark" bezeichnet.  

Die bewegte Geschichte der "Hohen Heidmark"  

Das Gebiet des heutigen Truppenübungsplatz Bergen war nicht immer unbesiedelt. Für die Einrichtung des TrÜbPl wurden 3.650 Einwohner*innen aus 25 Gemeinden von den Nazis aus ihrer Heimat vertrieben. Zudem war das Gebiet der Hohen Heidmark vor der Einrichtung des TrÜbPl eines der 10 beliebtesten Fremdenverkehrsziele des damaligen Deutschen Reiches- wegen seiner einmaligen Landschaft. Folgen Sie uns hier in die bewegte Geschichte der Hohen Heidmark... 

Heute erinnern nur noch vereinzelte Obstbäume oder Schilder an die untergegangenen Ortschaften.  

 Naturschätze und Umweltprobleme- Der Ist-Zustand des Truppenübungsplaztes

Auf diesen Seiten möchten wir Sie mitnehmen in die faszinierende Natur des zukünftigen Biosphärengebietes, aber auch die Umweltprobleme darstellen, die durch die militärische Nutzung entstanden sind (und noch entstehen). 

Die Landschaft

Das Gebiet ist  durch ein für norddeutsche Verhältnisse sehr bewegtes Relief so abwechslungsreich. So findet sich hier eine der imposantesten Endmoränen Nordwest-Deutschlands, die kleingebirgshafte Falkenberg-Endmoräne (150 m)( mehr lesen). Daneben gibt es zahlreiche weitere Erhebungen über 100 m wie den Tutenberg (116m), der vor der Einrichtung des TrÜbPl sogar von Gleitschirmfliegern als Startpunkt genutzt wurde. Von seinem Gipfel geht der Blick bis über Hannover zum Deister. Der tiefste Punkt des  Gebietes liegt im Ostenholzer Moor mit nur rund 20 m üNN.

Umweltprobleme

Bald 80 Jahre militärische Nutzung haben ihre Spuren hinterlassen.  

Es gibt eine ganze Reihe von Umweltproblemen, die mit der militärischen Nutzung einhergehen. Hierzu zählen Erosion, die Verseuchung des Bodens durch Schwermetalle wie Cadmium und Quecksilber nfolge von Munitionsresten sowie durch Öl aus den Panzern.  

Aber auch der Lärm, den der Übungsplatz erzeugt, ist ein gravierendes Umweltproblem.  

Schutzwürdigkeit

Auf der anderen Seite haben sich auf dem TrÜbPl durch das jahrzehntelange Fehlen von landwirtschaftlicher Nutzung einzigartige Biotope erhalten, die die Hohe Heidmark für die Umwandlung in ein Biosphärengebiet so außerordentlich geeignet machen.   

Hierzu zählen die größten zusammenhängenden Heideflächen Mitteleuropas, die vor allem das Zentrum des derzeitigen Truppenübungsplatzes bedecken. 

Weiterhin finden sich zahlreiche verschiedene Moortypen, von kleinen Heidemooren bis hin zu großen Moorkomplexen (Meiermoor, Ostenholzer Moor). Auch Magerrasen, offene Sandbiotope und große Extensivgrünländer im Randbereich sind zu nennen.

Auf der Fläche entspringen zahlreiche naturnahe Bäche, aber auch größere Stillgewässer (Meyersee, Schafmoorsee) sind vorhanden. Entlang der Bachläufe finden sich Bruchwälder. Darüber hinaus gibt es alte Eichenwälder, aber auch große Nadelwaldbestände. Insgesamt bietet das Gebiet nahezu die gesamte Vielfalt an Biotoptypen, die der Naturraum hergibt.

Große Teile des derzeitigen Truppenübungsplatzes Bergen sind aufgrund ihrer besonderen Bedeutung für den Artenschutz auch Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. So findet sich das FFH-Gebiet „Moor- und Heidegebiete im TÜP Bergen-Hohne“ (9.085 ha) sowie die EU-Vogelschutzgebiete „V32 Truppenübungsplatz Bergen“ und „V 31 Ostenholzer Moor und Meißendorfer Teiche“ (Gesamtfläche EU-VSG auf dem TrÜbPl: 14.406 ha).

Derzeit müssen die EU-Schutzgebiete in Schutzgebiete nationalen Rechts umgewandelt werden. Hier setzen wir uns dafür ein, dass für die Schutzgebiete auf dem derzeitigen Truppenübungsplatz strenge Schutzkategorien ohne militärische Nutzung in der Verordnung festgelegt werden

Flora und Fauna

Auf dem derzeitigen TrÜbPl Bergen findet sich eine Vielzahl gefährdeter Tier- und Pflanzenarten.

Als botanische Leckerbissen sind hier z.B. Natternzunge, Arnika, Lungenenzian, und Echte Mondraute zu nennen.

Der Fischadler- in der Hohen Heidmark findet sich das niedersächsische Hauptvorkommen. Foto: Martin Sprötge

Für die Vogelwelt besitzt das Gebiet eine herausragende Bedeutung- hier findet sich die größte Population des vom Aussterben bedrohten Birkhuhns in Norddeutschland. Die Hohe Heidmark ist auch  das "Adlerland" Niedersachsens- von 5-8 Brutpaaren des Fischadlers in Niedersachsen brüten 3 auf dem derzeitigen TrÜbPl, und auch der Seeadler ist hier mit 1-2 Brutpaaren heimisch (aus: Atlas der Brutvögel in Niedersachsen und Bremen 2005-2008). Weiterhin finden sich u.a. Schwarzstorch und Ziegenmelker, Wespenbussard und  Heidelerche.

Das Ostenholzer Moor ist zudem ein bedeutender Brut- und Rastplatz für den Kranich.

Kraniche auf ihrem Zug

Weitere wertgebende Arten der EU-Schutzgebiete sind Hirschkäfer, Groppe, Bachneunauge und Fischotter. 

1872 wurde im Becklinger Holz nahe dem Falkenberg der letzte Wolf Niedersachsens erschossen- sozusagen als Happy End ist der Wolf nun seit 2012 mit mindestens einem Rudel in der Hohen Heidmark heimisch!

Auch in einem Biosphärengebiet würden Bereiche mit wertvollen Arten durch strenge Schutzmaßnahmen und Besucherlenkungskonzepte gesichert und entwickelt werden!

Die Hohe Heidmark ist "Adlerland"- hier der Seeadler. Foto: Martin Sprötge