Initiative Biosphärengebiet Hohe Heidmark e.V.

Zukunft für die Südheide

Alarmstufe Rot für den Wünninghof- BImA kündigt "Rückbau" an

Nun ist es amtlich- die BImA (Bundesanstalt für Immobilienaufgabe) will nach 640 Jahren Geschichte die Abrissbagger rollen lassen. Aber alles halb so schlimm: Zum Trost bietet die BImA an, nach "Abschluss des Rückbaus" eine Infotafel aufzustellen...

Als Grund für den Abriss wird angegeben, dass die Kosten einer Sanierung die Kosten eines Abrisses um ein "Vielfaches" überschreiten würden. Das kennt jeder Autobesitzer- eine Reparatur ist im Zweifel immer teurer als die Verschrottungsgebühr.

Für die Sanierungskosten scheint sich die BImA am Berliner Flughafen zu orientieren- jedes Jahr  kursieren neue Summen, die die Instandsetzung angeblich kosten soll. Auf Anfrage der Walsroder Zeitung gibt die BImA inzwischen 2,3 Mio. € an, um das Gebäude als Büro/ Lager nutzen zu können. Da sind wohl die Kosten für einen 50 m- Infinity- Pool in der Diele mit einberechnet worden...

Wir glauben nach wie vor, dass sich der Wünninghof mit etwas gutem Willen und unter Veränderung der absurden Pachtbedingungen deutlich günstiger erhalten ließe. Deshalb fordern wir:

  • Abrissmoratorium 3-5 Jahre- Einrichtung eines runden Tisches im Heidekreis zur Erarbeitung von Sanierungs-, Finanzierungs- und Nutzungskonzepten
  • Ergebnisoffene Prüfung einer Sanierung mit LEADERplus- Mitteln
  • Anerkennung des Wünninghofes als Baudenkmal
  • Realistische Pachtbedingungen durch die BImA











Ältere Beiträge

10/2017 Der Bund lässt vergammeln, wir handeln- Beginn der Sanierung am Wünninghof

Undichte Stellen im Dach, defekte Dachrinnen, aus denen das Wasser an das Balkenwerk tropft: Wer ein Freund historischer Bauwerke ist, dem blutet das Herz beim Anblick des geschichtsträchtigen Wünninghofes in Ostenholz. Nach fast 30 Jahren Leerstand und Verwahrlosung verschlechtert sich der Zustand des bundeseigenen Gebäudes von Jahr zu Jahr.

Diesen Zustand wollten wir vom „Freundeskreis Wünninghof“ nicht mehr mit ansehen und ist nun selber aktiv geworden, um zumindest symbolisch die Rettung des ehemals ältesten Gasthofes der Heide zu starten. Von einer Hebebühne aus wurden heruntergerissene Dachrinnen wieder befestigt und Fallrohr-Einläufe erneuert, um zu verhindern, dass das Wasser weiter auf die Grundbalken des Gebäudes tropft.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) als Eigentümerin des Gebäudes lässt das Gebäude systematisch verfallen, um den Abriss zu rechtfertigen. Mit jedem Jahr des Nichtstuns steigen die Kosten einer Sanierung. Gleichzeitig scheint das Geld ja vorhanden zu sein- so kostete die Anmietung des Bauzauns um das Gebäude bereits über 10.000 € seit Mitte 2016. Mit dem Geld hätte man die wichtigsten Sicherungsarbeiten am Dach schon finanzieren können. Die Grundsubstanz des Gebäudes ist nach wie vor in einem guten Zustand, so dass eine Rettung des Gebäudes weiter möglich sei.  

Wir fordern die BIMA auf, eine Sanierung mit EU-Geldern (LEADER) voranzutreiben und bis dahin eine Grundinstandhaltung des Gebäudes vorzunehmen. In der Bevölkerung gibt es großes Unverständnis, dass ein so historisch bedeutsames und ortsbildprägendes Gebäude einfach vergammelt, obwohl es immer wieder Interessenten einer Nutzung gegeben hat.

Zu der Aktion schreibt die Walsroder Zeitung am 23.12.2017:




11/2016 Radiobericht über Wünninghof auf NDR und Deutschlandfunk

Torben Hildebrandt (NDR) beim Interviewtermin am Wünninghof

Torben Hildebrandt vom NDR hat sich am 11.11.2016 vor Ort über die Situation des Wünninghofes informiert und daraus einen sehr informativen Radiobeitrag produziert. Er lässt sich über folgenden Link erreichen:  http://www.deutschlandfunk.de/ostenholz-in-der-lueneburger-heide-bund-schuld-am-langsamen.1769.de.html?dram:article_id=373222



Infos zum Fest am Wünninghof finden Sie hier

In kurzer Zeit 400 Unterschriften für den Erhalt des Wünninghofes gesammelt- an Landrat Ostermann und Bezirksvorsteher Ege überreicht- Herzlichen Dank an alle, die mitgeholfen haben!

Soltau/Oerbke. Ende  2015  hat  die BImA (Bundesanstalt für  Immobilienaufgaben mitgeteilt, dass nach einem weiteren Gutachten der  Abriss des Wünninghofes  im Frühjahr 2016 geplant  sei. Daraufhin  trafen sich  die „Freunde  des Wünninghofes“ (AG in unserem Verein Initiative Biosphäre Hohe Heidmark)  in  einer  Bürgerversammlung in  Ostenholz, um zu beraten, was noch für die  Rettung  der uralten Hofstelle  getan werden könnte.

Übergabe der Unterschriften an den Landrat des Heidekreises, Herrn Ostermann (3.v.r.)

Spontan wurde u.a. eine  Unterschriftenaktion  gestartet.  Darin  heißt es: „Wir fordern, den historischen Wünninghof  in Ostenholz zu erhalten, zu sanieren und den Abriss zu verhindern“.  In kurzer  Zeit  kamen  über  400 Unterschriften zusammen, darunter sehr viele aus der betroffenen Ortschaft Ostenholz. Vor kurzem   wurden die Listen Landrat  Ostermann und  Bezirksvorsteher Ege von einer  Delegation der  „Freunde  des Wünninghofes“ übergeben.  In  den  Begleitgesprächen waren sich alle Teilnehmer einig,  dass  der  Wünninghof als  Kulturerbe  des Heidekreises und  des  Ortes  Ostenholz  unverzichtbar  sei.  Beide, Landrat  und  Bezirksvorsteher wollen sich  bei  allen  relevanten  Stellen  für  den  Wünninghof einsetzen. Kopien der Unterschriftenlisten werden  außerdem noch  an  die zuständige BImA  in Magdeburg geschickt. Übrigens: Vor beiden Chefzimmern fanden die UnterschriftenüberbringerInnen ein Faltblatt  ausgelegt:  Kulturlandschaft  Heidekreis „Auf Spurensuche in  Osterheide“ und auf der Titelseite - der Wünninghof.  Vielleicht  ist  das  ein gutes Omen ?

Übergabe der Unterschriften an den Bezirksvorsteher des Gemeindefreien Bezirks Osterheide, Herrn Ege (2.v.r.)

Kulturschatz Wünninghof in Ostenholz- 700 Jahre Geschichte vom Abriss bedroht!

Wünningshof- Giebelseite. Rechts im Hintergrund der Saal

Die erste Erwähnung des Wünninghofes reicht bis ins Jahr 1379 zurück. Mit einer über 500 jährigen Geschichte als Gasthof, die erst 1988 endet, galt der Hof lange als ältestes Gasthaus der Lüneburger Heide. Hermann Löns war hier häufiger Gast und lobte den hier gebrannten Schnaps über alle Maßen. Insbesondere zu den Glanzzeiten des Fremdenverkehrs zu den Sieben Steinhäusern in den 1920er und 1930er Jahren war hier an Wochenenden kaum ein Platz zu bekommen. 1925 wurde  der noch heute nahezu unverändert erhaltene imposante Saal mit Bühne und Empore errichtet.

Bei dem Haupthaus handelt es sich um ein Vierständer-Hallenhaus in Fachwerk und mit Krüppelwalmdach von 1833.

Der Wünningshof

Mit der langen, ereignisreichen Geschichte und der ortsbildprägenden Lage an der Ostenholzer Kirche stellt der Wünninghof ein kulturgeschichtliches Denkmal von unersetzlichem Wert dar.

Leider steht der Hof seit über 20 Jahren leer und kann sein Potential nicht entfalten. Der Grund hierfür sind die Besitzverhältnisse in Ostenholz: Wie nahezu alle Gebäude hier ist auch der Wünninghof im Eigentum der bundeseigenen BIMA (Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten). Diese verkauft den Hof nicht, sondern bietet lediglich Pachtverträge für wenige Jahre an. Da unter diesen Gegebenheiten niemand Geld in den Hof investiert und auch die BIMA verpflichtet ist, Gewinn zu erwirtschaften, droht dem Hof nun der Abriss.

Nach der Zerstörung zahlreicher Dörfer auf dem Truppenübungsplatz durch die Nazis und später auch noch durch die Bundeswehr geht die Vernichtung der alten Bausubstanz der Hohen Heidmark nun weiter- ohne Not. In Ostenholz sind bereits mehrere historische Gebäude abgerissen worden und weitere sind bedroht. Dabei ist der Ort mit seiner nahezu unverfälschten historischen Struktur eigentlich eines der Höhepunkte der Region!

Möglichkeiten der Nutzung für den Wünninghof gäbe es viele, z.B. Nutzung als romantischen Hochzeitshof in Verbindung mit der Kirche, Umwelt- und Kulturzentrum etc.

Der Abriss eines der letzten Zeugnisse der Baukultur der Hohen Heidmark wäre eine Schande!

Unsere Initiative kämpft seit längerem für einen Erhalt des Wünninghofes:

Wir fordern:

- Erhalt des Hofes und Sanierung mit staatlichen Mitteln

- Herauslösung von Ostenholz aus dem Truppenübungsplatz und Möglichkeit der zivilen  Nutzung der Gebäude


Zu schade für die Abrissbirne